Tel. & Co. - Telekommunikation, TV und Netz

Wer in Deutschland umzieht, ist negativ überrascht, wenn der Telekommunikationsanbieter für das Freischalten seines Anschlusses am neuen Wohnort einen Betrag von über 50 Euro berechnet. Es geht hier nicht um einen gleichzeitigen Wechsel des Anbieters, sondern lediglich um die geplante Weiternutzung eines bestehenden Vertrages. Landläufig glaubt man als Verbraucher, dass eine Ummeldung des Anschlusses nur das Drücken einiger Schalter auf der Seite des Anbieters erfordert. Die Telekom begründet die von ihr erhobenen Umzugskosten wie folgt:

"... Wenn wir einen neuen Anschluss einrichten, bedeutet dies für uns einen Aufwand, sowohl in technischer als auch administrativer Hinsicht. Dabei ist der technische Aufwand bei einem Umzug ebenso umfangreich, wie bei der Bereitstellung eines neuen Anschlusses. Die Höhe der Umzugskosten richten sich nach dem verwendeten Vertrag. Zusätzlich wird der vorhandene Vertrag um 24 Monate verlängert. Ist mitlerweile der Wechsel des Stromanbieters relativ reibungslos und ohne nennenswerte Kosten verbunden, so gilt dieser Umstand nicht unbedingt für Netz- und Tarifanbieter der Telekomminikationsbranche ..."

Auch das zum 10. Mai 2012 geänderte Telekommunikationsgesetzes (TKG) hat noch keine befriedigende Änderung bewirkt. In einem Schreiben vom 15. August 2012 nahm die Bundesnetzagentur wie folgt Stellung:

"... Durch die Gesetzesänderung wurden u. a. die Rechte des Verbrauchers beim Anbieterwechsel und beim Umzug im Telekommunikationsbereich in § 46 TKG vom 22. Juni 2004, zuletzt geändert durch das Gesetz zur Änderung telekommunikationsrechtlicher Regelungen vom 3. Mai 2012 (BGBl. I Nr. 19 v. 09.05.2012, S. 958ff.), grundlegend neu geregelt. Gemäß § 46 Abs. 8 TKG sind Anbieter verpflichtet, wenn der Verbraucher seinen Wohnsitz wechselt, die vertraglich geschuldete Leistung an dem neuen Wohnsitz des Verbrauchers ohne Änderung der vereinbarten Vertragslaufzeit und der sonstigen Vertragsinhalte zu erbringen, soweit diese Leistung dort angeboten wird. Der Anbieter kann ein angemessenes Entgelt für den durch den Umzug entstandenen Aufwand verlangen, das jedoch nicht höher sein darf, als das für die Schaltung eines Neuanschlusses vorgesehene Entgelt. Wird die Leistung am neuen Wohnsitz nicht angeboten, ist der Verbraucher zur Kündigung des Vertrages unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende eines Kalendermonats berechtigt. Die Kündigung von Verträgen beurteilt sich jedoch ausschließlich nach zivilrechtlichen Grundsätzen ... "

Mittlerweile räumen einige Unternehmen aus Kulanz Ihren Kunden auch dann ein dreimonatiges Sonderkündigungsrecht ein, wenn am neuen Wohnort die Leistung wie an der alten Anschrift erbracht wird. Wer sich also nur über die Umzugsgebühren und den Vertragsneuabschluss ärgert, steht nun vor der Entscheidung, ob er tatsächlich den Anbieter wechseln soll. Besonders ärgerlich ist dies, wenn man mit dem Produkt eigentlich zufrieden ist. Durch die rasante Entwicklung der Telekommunikationsbranche und ihrer Produkte, werden Ärgernisse mit Festnetzverträgen jedoch bald der Vergangenheit angehören.